Zigeuner's Kriegslied

Die Angst schleicht durchs Gedärm,
die Angst, die Angst.
Die Hände ich mir wärm`
an Angst, an Angst.

Mein Bruder soll nach vorn,
hab Angst, hab Angst,
ich sehe schon den Dorn
vor Angst, vor Angst.

Den Dorn, der ihn ersticht,
oh Angst, oh Angst,
eine Waffe trägt er nicht,
nur Angst, nur Angst.

Die Fidel ließ er mir.
Hab Angst, hab Angst.
Jetzt rennt er wie ein Stier,
vor Angst, vor Angst.

Er stürzt nach vorn und schreit und singt
der Angst, der Angst,
ein Lied so trotzig schön, es klingt:
„Hey Angst, hey Angst!

Auf Pferden flieg ich fort
ja Angst, hey Angst,
an einen Schattenort
ohn` Angst, ohn` Angst.

Sticht tot mich`s Bajonett
Scheiß Angst, Scheiß Angst!
Die Seele ich mir rett,
trotz Angst, trotz Angst.

In unsern eignen Himmel geh ich ein,
was schert mich andrer Tod?
Die fremden Ohren hör`n mein Schrein,
mein Aug jedoch sieht Rot,

das Rot der Mutter Mari mein
sie hält den Spiegel auf,
in seine Landschaft geht hinein
mein letzter Lebens-Lauf.“