An Lyonel Feininger

Meine Hommage an Feininger drückt die tiefe Dankbarkeit aus, die ich empfinde, wenn ich von seinen Farbspielen berührt werde. Er, ein unruhiger Reisender und von den Zeitläuften hart Geprüfter, hat durch seine Kunst immer wieder eine Möglichkeit des kraftvollen Ausdrucks gefunden.

An Marc Chagall: "Verwunderung"

Ich schrieb es im Februar 2012 nach dem Lesen Chagalls autobiographischer Notizen, die er 1931 unter dem Titel „Mein Leben“ herausgegeben hatte. Mich verwunderte und erfreute die Ähnlichkeit seiner und meiner Wahrnehmung. Er schien, genau wie ich, Phänomene der Synästhesie gekannt zu haben.

An Max Ernst

Ich versuche, diese für mich sehr besondere Begegnung mit einem Surrealisten und Bekenner zum DADAismus zu umschreiben. Da ich mich „vor“ Max Ernst zwar schon mit Expressionismus, jedoch kaum mit den o.g. Kunstrichtungen beschäftigt habe, war das ein Einstieg besonderer Art. Unversehens befand ich mich in einer eigenen surrealen Liebesgeschichte.

An Georg Trakl: "Gemeinsame Jahreszeiten"

Eine gewollte Mischung seiner Lyrik, mit meiner. Ich bin die Frau, die ihn in ihrer Mitte aufnimmt. „…entkleidet…stehst du in mir…“ Es geht jedoch nicht um das Herausstreichen eines erotischen Elements, oder einer Phantasie, sondern um die vollkommene Geschwisterschaft im Lande der Lyrik, also um eine Metaebene.

An Maria Franck und Franz Marc: "Toter Freund"

Oft standen die Frauen großer Künstler im Schatten ihrer berühmten Männer. Ich spreche in diesem Gedicht aus Sicht von Maria über die Gefühle, die sie in den Tagen nach der Nachricht vom Tod ihres Mannes durchleben musste. Ich nutzte die Technik des Überschreibens, indem ich Elemente aus einem früheren Gedicht übernahm, in welchem ich selbst einen tragischen Todesfall zu verarbeiten versuchte.

An Janis Ritsos: "Der nasse Sommer 2011, eine letzte Zugfahrt, ein Buch von Janis Ritsos und die Begegnung mit dem Tod"

Während einer Zugfahrt Rostock-Hamburg saß ich, wie in der Ballade beschrieben wird, mit einer alten Frau und deren Tochter in einem komplett überfüllten Waggon, versuchte im Buch von Ritsos zu lesen, was durch laute und stereotype Äußerungen der Alten verhindert wurde. Es ging um den Tod. Bei der Alten, bei Ritsos. Ich musste SOFORT diese Ballade schreiben, im Zug begann ich noch und schrieb sie zu Hause „in einem Rutsch runter“.

An Arno Schlettig: "1915"

Mein eigenes unruhiges Umzugsleben brachte mich kürzlich nach Schwerin zurück. Hier scheint sich nun mein Kreis zu schließen. Im vergangenen Sommer besuchte ich die Landschaft um Mestlin, weil ich auch dort einmal gewohnt habe, und ein paar Tage Urlaub machen wollte. Ein roter Sonnenuntergang, Stille, Grillenzirpen, und gewaltige Wolkenformationen ließen mich in den typischen somnambulen Zustand geraten, der nötig zu sein scheint, um ein Gedicht schreiben zu können. Innerlich beschäftigte ich mich in jenem Sommer 2013 schon mit dem Projekt „Meine großen Brüder“. Meinen Großvater hatte ich dabei noch nicht im Blick gehabt. Plötzlich war Arno Schlettig mir ganz nah. Der Text überfiel mich! Ich brauchte ihn nur noch aufzuschreiben, was ich sofort, auf dem Feld stehend, tat. Einen Tag später rief ich meine Mutter an, um ihr das Gedicht vorzulesen. Dabei erfuhr ich zum ersten Mal, das mein Großvater in Mestlin am Aufbau des Kulturhauses beschäftigt gewesen war.