Roma ( oder „Rom“, weiblich „Romni“) bedeutet „Mensch“. Roma oder Rom wird als Sammelbegriff, Sinti als Name für eine Teilgruppe verwendet. Weltweit gibt es ca. 12 Millionen Roma, von ihnen leben 8 Millionen in Europa, ca. 100 000 in Deutschland. (1)

Sinti und Roma wurden in meiner Familie Zigeuner genannt, ohne diskriminierenden Hintergrund. Es wurde gemutmaßt, das es in der väterlichen Linie vor mehreren Generationen ein “Zigeunerkind“ gegeben haben muss, da mein Großvater väterlicherseits und einige seiner Nachkommen typische Haut- und Haarfarbe und schwarze Augen hatten und haben. Für mich war und ist das ein positiver Aspekt.

1.Weltkrieg

Mein Großvater mütterlicherseits, also Arno Schlettig berichtete, das es im 1.Weltkrieg Zigeuner-Kameraden gab, die mit ihnen in den Schützengräben kämpften. Allerdings ungern kämpften, eher ihre Instrumente mitführten, um in den Waffenpausen zu spielen.
Bei Waffenstillstand, etwa zu Weihnachten gab es Momente, in denen die sonst kämpfenden Parteien einander friedlich begegneten, um zu singen und zu musizieren.

Sinti und Roma kämpften im 1. Weltkrieg auf beiden Seiten der Fronten. (2)
Aus dieser Tatsache lässt sich erklären, warum sie nicht kämpfen wollten.

Mein Erstkontakt

geschah durch die oben erwähnten Geschichten, die wohlwollend in der Familie kursieren.
Als ich 18 Jahre alt war, kaufte ich mir das Buch „Zigeunerlieder“, welches im Reclamverlag Leipzig gerade erschienen war und von Rade Uhlik und Branko Radicevic heraus gegeben wurde. Den Film „Das Zigeunerlager zieht in den Himmel“ sah ich Ende der siebziger Jahre.

Gedicht

Im Grabenkampf war der meist gefürchtete Moment der Nahkampf mit Bajonett. Ich schildere eine Szene, die von zwei Brüdern berichtet.
Die “Cauldron der Tiefe“, der Kessel der heiligen Muttergöttin, erscheint im Sagen- und Märchengut der Zigeuner auch als Spiegel. Transsylvanische Zigeunerinnen nannten den Sohngeliebten der Muttergöttin einen verzauberten (oder verdammten) Jäger, der eine Hexe namens Mara oder Mari – gemeint ist Mutter Tod- liebte. Sie fing die Seele des Jägers mit ihrem magischen Spiegel ein und behielt sie für sich. In seinem Schicksalszyklus ging dies der Wieder“auferstehung“ (der Wiedergeburt) voraus. (3)

Quellen

  1. Internet, Text: Hartwig Weber unter „Roma- und Sintikinder“
  2. Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg
  3. Barbara G.Walker „Das geheime Wissen der Frauen“ Verlag 2001 Frankfurt a.M.